Ballungszentren der Kultur
Aus Progressive Kunst Bewegung
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Entstehung der ersten höheren Kulturen
Kulturelle Ballungszentren hat es bereits mit der Gründung der ersten Städte gegen. Durch kurze Wege ist Spezialisierung möglich, diese steigert Effizienz und führt zu größerem Wohlstand. Mit ausreichendem Wohlstand entstehen neue Bedürfnisse und zu deren Befriedigung neue Arbeitstätigkeiten, was die Arbeitsteilung tendenziell verstärkt. Kulturberufe entstehen, die neben Nutzen auch kulturelle Werte schaffen; z.B. Töpfer, Schneider etc. Über die Voraussetzung der örtlichen Nähe bringt diese auch bessere Kommunikation und somit häufigere gegenseitige Beeinflussung mit sich. Der entstehende Kultur-Dialog ist die Voraussetzungen für ein gemeinsames Kulturgut, an dem gemeinschaftlich gearbeitet, entwickelt wird. Eine schnelle Entwicklung ist prädestiniert.
Übertragung
Die selben Bedingungen für die erfolgreiche Entwicklung und Bewertung von Kulturgut trifft noch heute zu. Der Grad an Arbeitsteilung im Internet ist sehr hoch, die Bildung von sozialen Gruppen über örtliche Grenzen hinaus muß keine Wiederständeüberwinden wie dies in den modernen Großstädten nötig ist. Das zugrundeliegende Spektrum an kulturellen Einflüßen ist sehr hoch. Gerade Nieschen, die lediglich in sehr großen Städten mit hohem sozialorganisatorischen Aufwand ausreigend große Gruppen erzeugen, finden sich im Internet. Eine noch größere Differenzierung von Kultur ist möglich.
Beispiel: Eine Musikrichtung, die durchschnittlich nur 1 Vertreter je 2.500 km2 aufweist, entwickelt sich nur sehr langsam oder bildet sich erst gar nicht. In einem Internetforum, über Filesharing und soziale Netzwerke, wie es die Progressive Kunst Bewegung ist, können Interessenten einer Kultur-Richtung zusammenfinden und sich gegenseitig beeinflussen, gemeinsam ihre Niesche ausbauen. Der Übergang zum Massenkonsument ist ebenso barrierefreier, die Produktionskosten sind digital erheblich geringer als zu den Zeiten von Oligopolen Musik-Label-Strukturen.
Selbiges im Kunstbetrieb zu erreichen wird ungleich schwerer, aber ein erstrebenswertes Zeil sein.
Dennoch verbleiben bremsend für grenzenlosen Austausch die Sprachbarrieren und Zensur sowie kostenpflichtige sowie nicht bezugsfähige Inhalte. Mit letzterem sind Inhalte gemeint, die durch Rechteverwalter und kommerzielle Interessen derart geschützt sind, dass sie als Bezugspunkt nicht oder nicht ausreichend angeführt werden können.
Diskriminierung durch Wissen
Wenn wir die fast unendliche kulturelle Vielfalt im Internet nutzen wollen, um die Menschheitsentwicklung voranzutreiben, müssen wir auf die freie Verfügbarkeit von Informationen in allen Kulturbereichen achten. Eine Diskrimierung im kommerziellen Interesse wird entweder zu verhärteten Fronten, wie im Kampf um Musikrechte und Filesharingsysteme führen und/oder die Entwicklung neuer Kulturbestandteile bremsen bzw. fruchtbare Kombinationen von Fachwissen verhindern. Siehe hierzu auch Hacking und Macht.
Hierbei ist anzumerken, vor allem wir "die Kultivierten" haben ein Interesse daran, das menschliche Leistungs-Potenzial von bisher finanziell weniger entwickelten Regionen der Erde zu aktivieren. Je früher wir anfangen Kulturgut zu integrieren, desto geringer wird die Wahrscheinlichkeit von militärischen Auseinandersetzungen. Siehe hierzu Feature Friedenspsychologie. Außerdem wird unser Kulturgut reicher, vielseitiger und tolleranter, was den meisten Menschen einer Gesellschaft zugute kommt.
Kommunikationsbarrieren
- Eine wertvolle Errungenschaft wird die Bildtelephonie sein bei der weniger Informationen verlohren gehen. Bereits die Internet-Telefonie hat einen großen Schritt geschafft, vor allem mit Software wie Teamspeak. Gruppen können gemeinsam in einem auditiven gemeinsamen Raum sitzen, sich gegenseitig verstehen. Gleichzeitiger Datenaustausch am Bildschirm substituiert ergänzend zumindest Teilweise dir räumliche Nähe.
- Die Weiterentwicklung von Übersetzungstool vergrößert den Kreis von potenziellen Rezipienten und schafft eine mehr-Vielfalt für den Einzelnen. Die unterschiedlichen Kulturstömungen unserer Zeit sind bisher innerhalb ihrer sprachlichen Mauern gefangen, deren Überwindung hohe Transaktions-Kosten verursacht.
- Kostensenkung im Bereich der Bildung kann dazu beitragen das gemeinsame Basiswissen zu vergrößern und so das gegenseitige Verständnis zu erleichtern. So könnte eine Kulturflatrate zu einer internationaleren Basis des gegenseitigen Verstehens z.B. durch Filme in Originalsprache beitragen. Andere Projekte wie Creative Commons haben bereits die Zukunft in die Gegenwart "gekämpft". Enorme Anstrengungen der Creative Commons haben unerwartet erfolgreiche Kulturprojekte und freie Bildungsangebote hervorgebracht. Obwohl das "freie" Kulturgut bisher nur einen Bruchteil ausmacht, so stellt es ein Erfolgsmodell dar, dass Vorkämpfern wie Wikipedia, Creative Commons und vielen Anderen zu verdanken ist. Die Skeptiker lamentieren noch heute über die Qualität, obwohl sie bereits vor vollendeten Tatsachen stehen: (Siehe hierzu unterhaltsamen Blogeintrag: Brockhaus, das Ende vor dem Anfang)
Bildung
Es kann angenommen werden, dass wir in der westlichen Hemisphäre genug Reichtum erarbeitet haben, um einen großen Freizeitraum für jeden einzelnen sicherstellen zu können. Es bedarf nur noch der mutigen Anstrengung das Bildungsniveau eklatant erhöhen zu wollen.
- Bevor wir weiterhin die Zukunft planen — wie bisher, sollten wir gerade die Menschen mitnehmen, an denen Bildungsmöglichkeiten bisher vorbeigezogen sind. Wenn wir dies nicht tun, werden uns dieselben in Zukunft mit Recht vorwerfen: wir hätten sie benachteiligt und die soziale Verantwortung der Demokratie missbraucht. Wahrscheinlich benötigen wir sie als unqualifizierte Arbeitskräfte ohnehin nicht und müssen unsere Fehler mit dem Sozialstaat ausgleichen — wie bisher. Vergleicht man die Staatsausgaben für Sozialstaat und Bildung, so ist der Sozial-Eta derart groß, dass der Bildung-Eta überhaupt nicht mehr sichtbar ist. Die Nachherkosten (Sozialstaat) sind auch ungleich höher als die Investitionskosten (Bildung).
- Wenn das zweite Drittel des Bildungsgrads der Menschen durch das untere ersetzt wurde, müßen wir uns verstärkt sorgen darum machen, wie wir den einzelnen (jeden einzelnen ob Behinderter oder Genie, etc.) seinen Möglichkeiten entsprechend noch weiter fördern können. Jede ungeschulte Begabung ist brachliegendes Kapital für unsere Gesellschaft, sowie jede versäumte Allgemeinbildung ein Feind des demoratischen Systems ist.
Ausblicke
Wenn uns dieser wichtigste Baustein "die Bildung" gelingt, ist der Begriff Ballungszentren der Kultur bereits veraltet und darauf müssen wir hinarbeiten, wenn wir viele Probleme der Gesellschaft nicht eskalieren lassen wollen, sondern von vornherein auf ein höheres Niveau heben wollen. Weiteres zu Möglichkeit und Notwendigkeit für Bildung ist unter "Bildungsdefizit" nachlesbar.
--Burgy Zapp 18:00, 19. Jan. 2008 (CET)
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