Burgy Zapp, Ein Tag im Leben eines Schriftstellers
Aus Progressive Kunst Bewegung
ein Interview mit Profil:Burgy Zapp Künstler, Schriftsteller, Moderation, Schauspiel, Kurator
Burgy Zapp lebt in Berlin, wo er sein Studium der sozialen Verhaltens-Wissenschaften, Philosophie und Statistik abgeschlossen hat. Neben Kommunikations-Management im Verlagswesen, PR, der Herausgeber-Tätigkeit in Print & Web und künstlerischen Tätigkeiten, z.B. Videokunst, Engagement in der Progressiven Kunstbewegung sowie Theaterspiel, rangiert an erster Stelle seine Berufung zum Künstler und Schriftsteller. Unterseiten | |
Schlaftrunken stolpere ich aus dem Bett, der letzte Gedanke von gestern Abend hängt noch bleischwer in der Luft, in die Küche mit dem aufgeklappten Notebook in der Hand, Wasser in Kocher, Kocher an, Milch, Zucker, Tee. Tee in Kanne, Wasser auf Tee in Kanne, Tasse aus Schrank auf Untertasse von gestern, Löffel mit einem Ruck von Untertasse lösen, Zucker schaufeln, Notebook piept, Finger über Sensor, Notebook piept noch einmal und startet. Endlich mein Text. Ah ja, Antalia springt gerade durchs Fenster im freien Fall ins Meer, der Helikopter dröhnt durch den peitschenden Wind.
Tee ist noch in der Küche, ich greife eine Vitamintablette, eine Tablette Gehirnnahrung und zwei weitere Antiaging und Lebensmittelergänzungstabletten, runterschlucken – ohne Wasser. Ich schreibe noch drei Seiten, die Musik ist laut, meine Beine folgen ihr nervös und Hände fliegen über das Notebook. Mir wird furchtbar schlecht, ich gehe schnell in die Küche und trinke Tee, Kühlschrank auf, wo sind eigentlich meine Mitbewohnerinnen, meine Exfreundin wollte mir noch Einkaufen helfen, Tür klingelt. Ich renne in mein Zimmer und hole den Bademantel, werfe ihn über meinen Pygama und speichere meinen Text mit dem Notebook in der Hand auf dem Weg zur Tür. Briefträger wollte wohl nur ins Haus (Berlin Pberg, Mitte - typisch), niemand antwortet mir. Ich laufe zurück, vergesse dir Tür zuzumachen und setze mich an meinen Schreibtisch. Sekundenbruchteile, meine Hände fliegen wieder, die Tür geht auf und meine jetzige und künftige Exfreundin steht in der Tür, sie hat sich so aufreizend angezogen wie noch nie zuvor, und sie beendet in nur 25 Minuten unsere Beziehung, dennoch kommt sie zum Salon. Prima. Sie ist gegangen, ich denke darüber nach, ob ich etwas weinen sollte, fühlt sich sehr sympathisch an und der Gedanke drängt sich geradezu auf. Dann fällt mein Blick auf Antalia, gerade hatte ihre Cyberware die Kontrolle wieder aufgegeben und sie ihr Bewusstsein wiedererlangt, jetzt im Helikopter, ich bin Antalia, eine Frau und habe keine Exfreundin mehr. Was mache ich? Mein ehemaliger Feind und neuer Verbündeter hat den strategischen Vorteil, ich muss sofort die Initiative übernehmen, zahllose Extraktionen und Entführungen habe ich hinter mir ... umstehenden Soldaten, indem ich die sozialen Muster militärischer Verhaltensweisen in Extremsituationen anwende, dafür sind sie anfällig. Der Erzmagier war mir unmittelbar gefolgt, es droht noch immer Gefahr.
Stunden später ist der Tee längst leer, in der Tür steht meine Mitbewohnerin, gleich kommen die ersten Gäste und ich wollte noch eine Fotografie und eine Kohlezeichnung von mir aufhängen. Egal, später wenn die Gäste da sind, jetzt erstmal in die Klamotten und gemeinsam Einkaufen, die ersten Gäste sind die zuverlässigsten – in meinem Leben bin ich wieder allein und das Buch will ohne Rücksicht auf Verluste zu Ende geschrieben werden, Morgen geht es weiter.
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