Von der Kunde aus Berlin in Bewegung geraten, nach 2 Stunden am Telefon, mehrere Informanten befragt, gelingt der direkte Kontakt mit Schlüsselfiguren der stillen Revolte. Von der Öffentlichkeitssprache der studentischen Bewegung beeindruckt drücke ich aus was mich als
ARTlife orientierter Student bewegt.
Was hat Berlin?
Wirtschaftsstandort nein, Bankenstadt nein, Messestadt vielleicht ein bisschen, in aller Kürze gesagt, keine Arbeit in Berlin, die gibt es nur für Pendler z.B. in München. Was aber Berlin hat, ist Kultur und Bildung. Die wahre Hauptstadt eines Dichter und Denker Staates. Sollen wir zulassen das sich diese unter einer roten Regierung selbst zu einer Hauptstadt der
"Dummen - sind leicht zu regierenden -" degradiert? Nein, lieber eine grüne Nullrunde für Unis.
Warum wird jetzt also gestreikt?
Weil radikale Einsparungen den bereits seit langem unterfinanzierten Bildungsbereich noch mehr Qualität und Quantität kosten wird.
Die Streikenden aus der Ferne betrachtend handelt es sich um einen schlecht Informierten, beschissen Organisierten, uninteressierten Haufen von uneinigen Studenten. Die einen glauben Sie seien in den 68igern und kiffen und saufen in der Mensa festgekettet, oder noch schlimmer - wollen den Streik beenden (bin stolz darauf niemanden von denen zu kennen), andere wiederum verbinden Fleiß mit Revolte.
Eine anonyme Studentin bzw. Anarchistin in Knöpfstiefelchen (in Anlehnung an die Revolution im russischen Zarenreich von 1917) berichtet von erstaunlichem, ja beeindruckendem. Es scheint mir gar, als ob es den Studenten noch niemals so ernst war. Vorlesungen in der Ringbahn, auf öffentlichen Plätzen, Weihnachtsmärkten, einfach überall. Für öffentlichwirksame Auftritte sorgen einige kluge Strategen (Studenten und Professoren) aus dem Hintergrund der kubischen Interessens-Splitter. Wenn Freistunden geopfert werden und grausame Kälte kränkelnde Studenten gedrängt werden - sind Helden der Bildung geboren.
Andere wiederum getragen von Knöpfstiefelchen stürmen Politiker-Büros und besetzen rote Rathäuser und deren rote Beamte mit realpolitischen Forderungen. Bildungseliten erobern gut bezahlte Politiker in deren Büros, deren einziger Lösungsansatz die Polizei zu sein scheint. Wenn die Legitimierung der Politiker in deren Hochburgen aus Gesetzen und Steuereinnahmen hinterfragt und mit realpolitischen Forderungen besetzt werden - feiern wir Helden der Bildung.
Und wer glaubt das nichts erreicht wurde?
Der sollte die Presse der letzten Tage durchgehen und überlegen, ob all die Menschen die einige der Artikel gelesen haben, das nächste Mal zum Wählen gehen?
BZ
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